Alles über Bio-Lebensmittel: Umwelt

Wenn man vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht....
Welche Vorteile hat der ökologische Anbau im Vergleich zum konventionellen Anbau? Gibt es da wirklich große Unterschiede? Und lohnt es sich überhaupt zu Bio-Produkten zu greifen?
All das beantworten wir dir in dem folgenden Blogbeitrag. Viel Spaß beim Lesen!
„Die konventionelle Intensivlandwirtschaft führt seit Mitte des 20. Jahrhunderts zu dramatischen Umweltschäden in Wasser, Boden und Luft, beeinträchtigt die Biodiversität und das Klima.“ (UBA, 2017)
Aber was genau sind die Schäden? Können wir die Schäden wirklich durch eine Umstellung auf ökologische Landwirtschaft reduzieren?
Zu den Schäden an der Umwelt zählen unter anderem folgende:
  • Nährstoffüberversorgung von Böden und Gewässern durch intensive Düngung mit Mineralstoffdünger und damit einhergehend Verminderung der Bodenfruchtbarkeit
  • Möglicher Schadstoffbeitrag in Lebensmittel und Trinkwasser (bspw. Rückstände von Pestiziden, Tierarzneimitteln und Nitraten)
  • Bodenerosion und Bodenverdichtungen
  • Verlust der Artenvielfalt
  • Hoher Energie- und Ressourcenverbrauch
  • Hoher Beitrag zum Treibhauseffekt (Tiertransporte/mit der intensiven Tierhaltung verbundener erhöhter Methanausstoß)
  • Belastung der Böden und Gewässer durch Pestizide
    Laut des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ist das Hauptziel der ökologischen Landwirtschaft ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Ein großer Fokus wird hier auf Nachhaltigkeit gelegt.
    Die Ziele des ökologischen Landbaus sind zum einen, einen möglichst geschlossenen betrieblichen Nährstoffkreislauf zu gewährleisten. Futter- und Nährstoffgrundlagen sollten demnach aus dem eigenen Betrieb und nicht extern bezogen werden. Zum anderen wird viel Wert auf die Erhaltung und Förderung der Bodenfruchtbarkeit sowie auf eine „artgerechte“ Tierhaltung gelegt.
    Die Grundsätze des ökologischen Landbaus setzen sich aus vielen verschiedenen Aspekten zusammen. Es sollten standortangepasster Arten und Sorten ausgewählt werden sowie ein Augenmerk auf eine vielseitige Fruchtfolge gelegt werden. Darüberhinaus sollte es einen begrenzten, an die Betriebsfläche gebundener Nutztierbestand sowie Mindest-Stall und Anbauflächen geben.
    Aber auch im Hinblick auf den Rohstoff und Energieverbrauch soll ein geringstmöglicher Verbrauch von nicht erneuerbaren Ressourcen anvisiert werden.
    Der ökologische Anbau zielt darauf ab, weitestgehend auf Antibiotika und GVO zu verzichten und beschränkt die Verwendung chemisch-synthetischer Produktionsmittel sehr streng. Sowohl bei der Düngung als auch bei der Unkraut-Bekämpfung wird viel Wert darauf gelegt, auf schonende und organische Verfahren zurückzugreifen.
    Bio-Siegel

    2001 wurde das staatliche Bio-Siegel eingeführt welches das Erkennen von Bio-Produkten erleichtern soll. Lebensmittel und Produkte können mit diesem Siegel gekennzeichnet werden, wenn diese nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erzeugt und verarbeitet, importiert und gehandelt werden. Es müssen einheitliche Mindeststandards eingehalten werden, die von Öko-Kontrollstellen kontrolliert werden.
    Die Bedingungen für die Vergabe des staatlichen Bio-Siegels sind unter anderem folgende:
    • Anmeldung bei der Informationsstelle Bio-Siegel
    • Mind . 95 % der Zutaten müssen aus ökologischem Landbau stammen.
    • Für bis zu 5 % der Zutaten sind streng geregelte Ausnahmen möglich
      (Es sind lediglich Lebensmittel erlaubt, die entweder in der benötigten Menge nicht in Bio-Qualität verfügbar sind oder die im Einzelfall von der zuständigen Behörde für einen gewissen Zeitraum befristet zugelassen sind)
    • Einsatz von Gentechnik verboten
    • Nur 50 von 320 (in der konventionellen Lebensmittelproduktion zugelassenen)
      Zusatzstoffen erlaubt
    • Beträgt der Bio-Anteil weniger als 95 %, handelt es sich also um ein konventionelles Produkt, das nicht als „Bio“ oder „Öko“ gekennzeichnet werden darf. Ökologische Zutaten dürfen in einem konventionellen Produkt nur in der Zutatenliste als ökologisch gekennzeichnet werden.
    Zu den bekannten Siegeln des gehören u. a.:
    • Bioland e. V.
    • Demeter e. V.
    • Ecoland e. V.
    • Naturland e. V.
    Zusammengefasst sind die Vorteile des ökologischen Landbaus gegenüber der konventionellen Landwirtschaft, dass es zu einem geringeren Primärenergieverbrauch sowie zu geringeren treibhauswirksamen Schadstoffemissionen kommt. Zusätzlich wird sehr strak Wert daraufgelegt, die Böden sowie die Biodiversität nicht einzuschränken und das Grundwasser in geringerem Maße mit Schadstoffen zu belasten.