Tapioka

Tapioka hört sich exotisch an – und ist es auch. Die Stärke, welche in unseren Brownies steckt, hat ein paar ganz besondere Eigenschaften, welche sie weltweit sehr beliebt macht. Vielleicht kennst du die kleinen Tapioka-Stärke-Kügelchen bereits als Highlight in den asiatischen Bubble Teas. Was Tapioka sonst noch so drauf hat, erfährst du hier.

Über Ursprung und Herstellung

Tapioka oder auch Tapiokastärke genannt, ist eine glutenfreie und nahezu geschmacksneutrale Stärke, welche aus der Maniokwurzel hergestellt wird. Diese Wurzel ist besonders stärkehaltig und gilt als Grundnahrungsmittel in vielen afrikanischen Ländern sowie in Südamerika. Schon die Maya bauten Maniok an. Doch heute wird sie weltweit aufgrund des Stärkegehalts von sagenhaften 40 Prozent und der langen Haltbarkeit immer beliebter im Anbau. Allerdings ist die Maniokwurzel im Rohzustand giftig und kann nur durch dessen Verarbeitung genießbar gemacht werden. Das wussten schon die Ureinwohner im Amazonasgebiet, welche eine besondere Technik zur Entgiftung ausgeklügelt haben.

Tapioka Maya Tempel

Zuerst schälen, zerreiben oder raspeln sie die Knollen und weichen diese dann ein. Einige Tage später wird die eingeweichte Masse ausgepresst und durch ein Tipiti gewaschen, welches eine etwa 2 Meter lange Röhre aus Palmfasern speziell für die Maniokmehlherstellung ist. Die Überreste werden im Ofen geröstet und es entsteht eine Masse, welche die Grundlage für Maniokmehl liefert. Tapioka ist lediglich ein stärkehaltiges Nebenprodukt, das bei der Herstellung von Maniokmehl entsteht und wird besoders ressourcenschonend hergestellt.

Formen und Verwendung von Tapioka

Tapioka hat keine spezielle Saison und kann ganzjährig gekauft werden. Du findest es in Form von Pulver, weißen Stärke-Kügelchen (Perltapioka) oder als feine Flocken, wobei Perltapioka die gängigste Variante ist. Die kleinen Kügelchen werden in der westafrikanischen sowie in der ost- und südostasiatischen Küche oft zur Zubereitung von Süßspeisen verwendet. Aber auch der beliebte Bubble Tea aus Asien beinhaltet neben Tee und Milch die kleinen Stärkekügelchen. Diese werden dafür oft dunkel eingefärbt sowie in Frucht-Sirup oder Zuckerlösungen getaucht. In der Sterneküche werden Tapiokaperlen oft für eine besondere Optik verwendet und können ungekocht sogar wie farbloser Kaviar erscheinen.

Tapioka Bubble Tea

Darüber hinaus eignet sich Tapioka hervorragend zum Binden von Soßen, Suppen oder auch Eintöpfen und sorgen bei Gebäck, wie zum Beispiel unseren Brownies für Textur und Feuchtigkeit. Dabei kann Tapiokastärke 1:1 wie Kartoffel- oder Maisstärke verwendet werden. In der Kosmetik wird Tapiokastärke außerdem oft Cremes, Gelen und Lotionen hinzugefügt, da es dessen Viskosität verbessert. Zuletzt ist es in Asien gang und gäbe Tapioka bei der Zubereitung verschiedener Süßspeisen oder auch Knabbergebäcks zu nutzen. Grundsätzlich wird Tapiokastärke oft Mais- oder Kartoffelstärke vorgezogen, da sie glutenfrei ist und ihre Gelstruktur vom gefrorenen zum aufgetauten Zustand beibehält und sich so perfekt für die Herstellung von Eiscreme eignet.

Tapioka Frau in Eisdiele

Wie gesund ist Tapioka?

Da Tapioka sehr viel Stärke enthält, liefert es einen hohen Nährwert mit vielen Kalorien und vor allem Kohlenhydraten. Zusätzlich gilt Tapioka als frei von Fett und Proteinen und als besonders leicht verdaulich. Da es keine Allergene, Gluten oder Cholesterin enthält, eignet es sich für viele Ernährungsformen.

Schaut man sich Tapiokas Nährstoffprofil an, fällt auf, dass es, verglichen mit anderen stärkehaltigen Produkten, mehr Kalium und Ballaststoffe aufweist. Zudem ist es eine Quelle für Nährstoffe wie Folsäure, Mangan, Kalzium und Eisen. Allerdings gilt es hinzuzufügen, dass Tapioka diese Nährstoffe nur zu einem geringen Anteil enthält und normalerweise auch nur in kleinen Mengen verzehrt wird. Also können diese Mengen nicht als Ersatz für die Einnahme anderer nährstoffreicher Lebensmittel gesehen werden.